Historie

Die Schlettenmühle liegt an der alten Salzstraße, die von Halle über Chemnitz und Komotau bis nach Prag führte. Sie gilt als älteste Gewebeansiedlung der Bergstadt Marienberg und soll als Mahlmühle schon vor der Stadtgründung im Jahre 1521 existiert haben.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg durch kaiserliche Truppen verwüstet, kaufte später der Marienberger Rat die Mühle und verpachtete sie. Der letzte Müller stellte vermutlich Mitte des 18. Jahrhunderts den Betrieb ein, wahrscheinlich spielte auch der Wassermangel in den Sommermonaten eine Rolle.

Ab 1865 wurde eine Seilerwarenfabrikation eingerichtet und ein Kesselhaus mit Dampfkessel entstand.

1890 wurde das alte Wasserrad durch eine Turbine ersetzt. Franz Hunger gründete ein Dampfsägewerk mit Kistenfabrik und produzierte unter anderem Butter-, Marzipan- und Zigarrenkisten.

Belegschaft um 1914:

Bis in die 1970er Jahre besaß die Fabrik eine eigenen Bahnanschluss. Nach der Verstaatlichung 1972 gehörte der Betrieb mit zum VEB Kisten- und Bauelemente Marienberg und stellte als Abteilung „Palettenbau“ vorwiegend für DKK Niederschmiedeberg (später FORON) Einwegpaletten her.

1992 kauft Thomas Fiedler den Betriebsteil "Palettenbau" von der Treuhandanstalt und gründete die Firma Uniholz. Alle Gebäude wurden saniert, sämtliche Schauer sowie die angebaute Kutscherwohnung mit Schweinestall und Waschhaus wurden abgerissen. Das entkernte Hauptgebäude erhielt neue Decken und ein neues Dach.

Das Kistennagelgebäude geht 1996 an den „Bach Fachmarkt“ über und die obere Gatterhalle 2000 an den Busbetrieb „Meyer & Wenzl - Katzensteinreisen“.

Eine neue Heizanlage versorgt seit 1993 Gebäudeteile mit Wärme. Vom alten Hochdruckkessel steht nur noch der um 1901 errichtete Schornstein, der pünktlich zu seinem 100. Geburtstag grundlegend saniert wurde.

Im Jahre 1997 stirbt der Uniholz-Gründer Thomas Fiedler. Seine Frau Ina Fiedler (+  2003) führte das Unternehmen bis zum 5. Juli 1999 weiter. An diesen Tag richtete ein schweres Unwetter in Marienberg, Pobershau und Pockau Schäden in Millionenhöhe an und zerstörte auch bei Uniholz Maschinen, Gebäude und Außenanlagen.

Als Familienunternehmen wird Uniholz seitdem weitergeführt: seit 2013 als Uniholz Kisten und Bauelemente und Uniholz Trockenbau GmbH. Beide Unternehmen zusammen beschäftigen bis zu zehn Mitarbeiter.

Betriebsgebäude 2011:


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